Aus aktuellem Anlass erklären Sascha Ebert und Simone Weitzig, Sprecher*innen des Grünen Ortsverbands:
Wenn Kinder an einem Mahnmal für ermordete Sinti und Roma “Alle gehören dazu!” rufen, meinen sie Menschen, die wegen ihrer Herkunft verfolgt wurden. Nicht eine Partei, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet wird.
Die AFD eignet sich die Worte von Grundschulkindern an, um sich selbst als Opfer von Ausgrenzung darzustellen. Das ist keine Empathie. Das ist Instrumentalisierung von NS-Gedenken. Die Ermordung der Mendener Sinti und Roma war die Konsequenz genau jener völkischen Ideologie, die in Teilen der AFD bis heute gepflegt wird.
Kindermund tut Wahrheit kund, da hat die AFD ausnahmsweise recht. Nur verstehen die Kinder offenbar besser als die Mendener AFD, was die Würde des Menschen bedeutet. Gedenken ist keine Bühne für Selbstinszenierung!
Tina Reers und Peter Köhler, Sprecher*innen der Grünen Ratsfraktion:
Es war schon beklemmend genug, während der Gedenkfeier für die von den Nationalsozialisten ermordeten Mendener Familien mit Vertretern der AFD in den Reihen zu sitzen. Einer Partei, die die so genannte Remigration fordert: Die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland – auch solcher mit deutschem Pass.
Besonders schockierend ist für uns nun aber die jüngste Äußerung der Mendener AFD, die sich mit Hilfe ausgerechnet dieser Gedenkstunde als gemobbte, nicht verstandene Partei zu inszenieren versucht. Hierfür ausgerechnet die kindlichen Aussagen zum Gedenken an die Ausgrenzung von Sinti und Roma und der Deportation von Kindern durch die Nazis zu benutzen – wohl wissend, dass die eigene Partei dies selbst in ihrem Wahlprogramm fordert – ist an Dreistigkeit und Abscheu nicht zu übertreffen.
Wir Grüne stehen an der Seite aller Mendener*innen, die sich für lebendige Erinnerungskultur und gegen Verharmlosung einsetzen.
NIE WIEDER IST JETZT!
Hintergrund:
Die AFD schreibt auf ihrer Homepage zu ihrem Besuch der Gedenkveranstaltung für ermordete Mendener Sinti und Roma unter dem Titel “Kindermund tut Wahrheit kund”:
“Während ein Vertreter der Landesregierung krampfhaft das populistische Narrativ von den bösen Rechten in der feierlichen Veranstaltung platzieren wollte, haben die Kinder in erfrischender Weise den Zusammenhalt der Gesellschaft beschworen: „Keine Ausgrenzungen!“, riefen sie, „Alle gehören dazu!“ und „die Würde des Menschen ist unantastbar!“. Viele Politiker, die nach wie vor große Teile der Bevölkerung ausgrenzen und diskreditieren, nur weil sie anderer politischer Meinung sind, können sich an den ehrlichen Botschaften der Kinder ein Beispiel nehmen.”






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