Wahlprogramm 2009: Ökologische + bürgerfreundliche Stadtentwicklung
Menden ist eine moderne Stadt am Rande des Sauerlandes mit vielfältigen Ausstrahlungen ins westfälische Umland. Hier finden wir „noch" eine lebendige Innenstadt umgeben von den selbstbewussten Nebenzentren Lendringsen und Bösperde, sowie die verträumten, dörflichen Siedlungen Schwitten, Halingen, Hüingsen, Oesbern und Asbeck. Diesen typischen Mendener Charakter gilt es zu stärken.
Wir Grünen setzen auf eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Menden. Wir wollen eine Stadt für alle und nicht eine Stadt, die in Armen- und Reichenviertel abgegrenzt ist. Stattdessen wollen wir die soziale Mischung in der Stadt pflegen und Nachteile durch gezielte Förderung in Bildungs-, Sozial- und Kulturangebote ausgleichen.
Wir setzen uns ein für eine lebenswerte Stadt mit kurzen, barrierefreien Wegen zwischen Wohnen, Arbeiten, Erholen und Lernen - das hilft Familien und alten Menschen ebenso wie dem Klima und der Natur. Hier unterstützen und arbeiten wir aktiv an dem Innenstadtkonzept der Stadtverwaltung und fordern die weiteren Konzepte für die Nebenbezirke/Stadtteile.
Auch setzen wir Mendener Grünen einen Schwerpunkt bei der Unterstützung der energetischen Optimierung von Gebäuden und Siedlungen. Diese Vorgabe umfasst sowohl die Priorisierung der Standorte mit guter ÖPNV-Erschließung als auch die Reduzierung des Energieverbrauchs bzw. die Nutzung regenerativer Energien durch die Haushalte.
Vielfalt der Wohnformen
Menden fehlt ein städteplanerisches Konzept, wie sich die Wohnsituation entwickeln soll. Das großspurig angekündigte Konzept „Wohnen an der Hönne" auf dem ehemaligen KME-Gelände ist gescheitert. Auch andere Wohnbauprojekte - sei es für Eigentum oder Mietwohnungen - sind schwer bis gar nicht vermarktbar.
Dieser Wildwuchs darf so nicht weitergehen. Menden braucht eine fundierte Wohnraumkonzeption, um ein maßvolles Wachsen oder Schrumpfen unter Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Kriterien zu sichern.
Weiterhin ist es notwendig, innerhalb der Baugebiete alle Wohnformen nebeneinander zu entwickeln, d.h. Mietwohnungen sollten genauso ihren Platz haben wie Eigenheime, Wohnprojekte für unterschiedliche Zielgruppen, Angebote für junge und alte Menschen. Neue Nachbarschaften - gemeinschaftsorientierte Wohnformen von Jung und Alt - ein Thema, das zunehmend Interessenten gewinnt, weil es in einer Zeit von Individualismus auf der einen Seite und Einsamkeit auf der anderen Seite für Menschen jeden Alters eine neue Wohn- und Lebensqualität schafft. Gebiete wie die Restflächen der Hönneinsel bieten hier neue Chancen, insbesondere als autoarmes Wohnviertel.
Die Innenstadt beleben
"Wohnen in der City" ist für Familien und Singles, für jüngere und ältere Menschen eine durchaus reizvolle Angelegenheit. So kommt im wahrsten Sinne des Wortes Leben in die City. Die innerstädtische Brachfläche der Hönneinsel bietet den nötigen Entwicklungsraum, hier darf aber nicht nur für ein „hochwertiges" sprich teueres Bauen, sondern auch für den „normalen" Bürger erschwinglichen Wohnraum entstehen. Dafür haben wir uns immer eingesetzt und werden auch in Zukunft dieses Ziel unterstützen. Ein erster Ansatz ist das von uns unterstützte Senioren-Wohnprojekt St. Vincenz auf der Hönneinsel.
Die Innenstadt bedarf auch mehr Investitionen im öffentlichen Raum - Grünflächen, freundliche Sitzmöbel, kleine Spielgeräte und Wasserbrunnen. Diese müssen durch private und öffentliche Initiativen zusammen finanziert werden. Zur Aufwertung gehört auch Kunst im öffentlichen Raum. Der IMW (Initiativkreis Mendener Wirtschaft) hat hier eine Vorreiterfunktion, wir sind im engen Kontakt mit ihm und unterstützen seine Aktivitäten.
Weiterhin ist ganz wichtig für die Belebung der Innenstadt der Wochenmarkt, für dessen Erhalt wir uns einsetzen.
Stadtteile stärken
Urbanität beschränkt sich nicht nur auf die Innenstadt - gerade auch in den Mendener Nebenzentren mit ihren unterschiedlichen Strukturen, die vom dörflichen Kern bis zur Kleinstadt, sprich hier Lendringsen, reichen, findet städtisches Leben statt. Vor allem angesichts der zunehmenden Alterung der Bevölkerung gewinnen die Stadtteile an Bedeutung. Wohnortnahe Versorgung mit Geschäften, kulturellen Angeboten und sozialen Einrichtungen sowie gute Nahverkehrsverbindungen zur Innenstadt und zwischen den Stadtteilen sind für die Lebensqualität von wesentlicher Bedeutung, insbesondere für Eltern und Kinder, für Jugendliche und alte Menschen.
Im Rahmen des städtischen Einzelhandelskonzepts werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Nebenzentren gestärkt werden. Die Initiativen der Bewohner und Nutzer der Stadtteile mit ihrer Kreativität und ihren Kenntnissen wollen wir stärker in die Entscheidungen und Realisierung der Stadtteilentwicklung einbeziehen als es bisher politisch gewollt war.
Für dicht besiedelte Stadtteile fordern wir eine Anschubfinanzierung zur Entsiegelung von Höfen und Vorgärten. Damit sollen private Initiativen zur Gestaltung von Wohn- und Spielhöfen unterstützt und neue grüne Oasen besonders in dicht bebauten Bereichen möglich gemacht werden.
Was wir konsequent ablehnen, sind Außenbereichssatzungen. Sie zerstören die gewachsenen Strukturen unserer Außenbereiche, auf die wir so stolz sind. Wir wollen diese Landschaft so erhalten wie sie so typisch für Menden in den Außenbereichen ist.
Bahnhofsgelände
Der Bahnhof muss entwickelt werden, das steht auch für uns außer Frage. Das muss aber auf vernünftigem Weg geschehen. Dazu gehört vor allem, dass die Nutzungen für Bürger und Stadt verträglich sind und nicht allein kommerzielle Interessen erfüllen. Die Möglichkeit dazu bot sich mit dem Bahnflächenpool des Landes. Mit seiner finanziellen Hilfe hätten die Flächen aufgekauft und Stück für Stück im Interesse der Stadt entwickelt werden können. Unsere Anträge in der Vergangenheit, den Mendener Bahnhof in diesen Pool aufzunehmen, scheiterten an der Ablehnung von CDU und SPD. Sie haben stattdessen auf private Investoren gesetzt und sind mit diesem Modell nun schon mehrfach kläglich gescheitert. Allein deshalb ist der Mendener Bahnhof im bekannten Zustand.
Andere Städte haben den Bahnhofpool beantragt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Fakt in Menden ist leider: Der Mendener Bahnhof gehört privaten Investoren, damit müssen wir arbeiten um eine Veränderung im positiven Sinne zu schaffen.
Durch die Vorstellung eines neuen Entwicklungsmodells gibt es nun eine Alternative zu den Breuer-Plänen. Da es sich bisher allerdings nur um eine Studie handelt, ist eine abschließende Bewertung an dieser Stelle nicht möglich. Wir erneuern daher hier unsere klaren Maßstäbe an die Entwicklung des Bahnhofsgeländes:
- Die Aufenthaltsqualität und der Service für Reisende müssen angemessen berücksichtigt werden.
- Chancen zur besseren Vernetzung des ÖPNV müssen genutzt werden.
- Die Nutzungen müssen stadt- und insbesondere innenstadtverträglich sein und dem Einzelhandelskonzept entsprechen.
- Die Gestaltung muss in die Umgebung passen und eine Aufwertung für die Innenstadt werden.
- Es dürfen keine Verkehrsprobleme verstärkt werden.
- Energetisch muss das Gebäude ein Vorbild für Menden sein.
Einzelhandel, städtische und verbrauchernahe Angebote fördern
Der Markt für alle Handelseinrichtungen in Menden ist aufgeteilt. Wo großflächige Handelseinrichtungen neu genehmigt werden, wird anderen ein Stück vom Kuchen entzogen. Wir lehnen deshalb eine Ansiedlung neuer Großhandelseinrichtungen in Randlagen und jenseits der gewachsenen Stadtteile ab. Die geplante Errichtung eines überdimensionierten Evidal-Centers mit innenstadtrelevanten Sortimenten haben wir abgelehnt und konnten es auch stoppen.
Priorität für uns hat die fußläufig erreichbare Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs sowie ein Netz von Frischemärkten mit vorrangig regionalen und ökologischen Angeboten in allen Stadtteilen. Dazu müssen die städtischen Flächen und Steuerungsmöglichkeiten gezielt genutzt werden. Wir haben das jetzt vorliegende Einzelhandelskonzept der Stadtverwaltung unterstützt und aktiv daran mitgearbeitet. So werden die ansässigen Einzelhändler sowie regionale Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe gestärkt und gefördert.
Hier können Sie das komplette Wahlprogramm 2009 als PDF (ca 1.5MB) herunterladen.
