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Wahlprogramm 2009: Frauenpolitik

Vor 90 Jahren durften Frauen zum ersten Mal wählen und - was ebenso wichtig ist - auch gewählt werden. Und die Frauen haben diese Chance auch genutzt. Fast 90 Prozent machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch und auf Anhieb wurden 10 Prozent weibliche Abgeordnete gewählt. Seitdem konnten es sich Parteien und Politik nicht mehr erlauben, Frauen und ihre spezifische Situation zu ignorieren.
Aber der Kampf um die Gleichstellung von Frauen und Männern ist noch lange nicht gewonnen. Noch immer bekommen Frauen bei uns 22% weniger Lohn als Männer in gleichen Jobs, noch immer sind Frauen in Führungsetagen und Entscheidungspositionen zu wenig vertreten.

Das zeigt auch ein Blick in die aktuelle Zusammensetzung des Mendener Stadtrats: Von den 55 Ratsmitgliedern sind nur 19 Frauen. Das ist zu wenig! Frauen haben andere Sichtweisen und gehen anders an Probleme heran als Männer. Leider gibt es gerade auf kommunaler Ebene oft nur wenige Frauen in den Parlamenten, da Frauen neben Familie und Beruf kaum die Möglichkeit haben, diese Dreifachbelastung auf sich zu nehmen. Wir Grünen haben es dennoch geschafft, eine fast paritätisch besetzte Liste aufzustellen. Darauf sind wir stolz.

Mädchen und Frauen stark machen

Wir wollen Mädchen stark machen und treten für Mädchenförderangebote ein, wie Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse in Schulen, Sportvereinen und in der Jugendarbeit.

Junge Mädchen machen häufig die besseren Abschlüsse in Schule, Ausbildung und Beruf. Dennoch wählt ein Großteil der Mädchen aus den 340 Ausbildungsberufen nur wenige typische Frauenberufe aus, die häufig wenig Gehalt und kaum Aufstiegschancen bieten. Deshalb unterstützen wir Grünen den jährlich stattfindenden „Girl`s day", an dem Mädchen und junge Frauen in handwerkliche und technische Berufe hineinschnuppern können.

Wir unterstützen alle Bemühungen, Mendener Frauen zu fördern und zu qualifizieren sowie die weiteren aus dem Frauenförderplan resultierende Maßnahmen. Besonders hilfreich ist dabei die Arbeit der städtischen Gleichstellungsbeauftragte, die für eine Vernetzung der verschiedenen Initiativen sorgt und sie mit eigenen Angeboten ergänzt.

Beratung sichern - Vor Gewalt schützen

Wir wollen, dass Frauen in Menden bedarfsgerecht beraten und unterstützt werden in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Schutz vor Gewalt. Dazu gehört auch - gemeinsam mit anderen Städten - die Sicherung des Frauenhauses in Iserlohn.

Ihr Zuhause ist für eine Frau der gefährlichste Ort. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache für Verletzungen bei Frauen, sogar häufiger als Verkehrsunfälle. Und häusliche Gewalt nimmt zu. Deshalb sind Frauenhäuser als Schutzräume wichtig. Trotzdem hat die schwarz-gelbe Landesregierung die vierte Stelle im Frauenhaus gestrichen. So mussten Plätze sowohl für Frauen als auch für ihre Kinder abgebaut und die Einzelberatungen und die Betreuung von Migrantinnen erheblich eingeschränkt werden. Wir Grünen kämpfen für die Wiederbesetzung der vierten Stelle und für eine angemessene Ausstattung im Frauenhaus.

Hier können Sie das komplette Wahlprogramm 2009 als PDF (ca 1.5MB) herunterladen.


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