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Schulkonzept 2014 - Gute Bildung für Mendener Kinder trotz Sparzwängen

Artikelinfos:
Datum: 17.05.2010
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Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung fordert der Kämmerer im Schulbereich drastische Einsparungen von 1,75 Mio. Euro in Form von Schulschließungen. Als GAL-Fraktion haben wir uns in mehreren Sitzungen intensiv mit diesen Forderungen beschäftigt. Für uns ist klar, dass Schnellschüsse um des Sparens willen gerade im Schulbereich nicht sinnvoll sind. Nötig ist stattdessen ein zukunftsfähiges Schulkonzept, das Schülern, Eltern und den Mendener Schulen eine klare Perspektive bietet.
Auf dieser Grundlage kommen wir zu nachfolgendem Ergebnis:

Im Grundschulbereich haben wir im Wahlprogramm klar formuliert: Kurze Beine brauchen kurze Wege, deshalb wollen wir die Schule im Dorf lassen. Denn gerade für Kinder ist das soziale Netz im eigenen Ortsteil besonders wichtig. Dies gilt für uns auch weiterhin und insbesondere angesichts der aktuellen Sparforderungen. Konkret bedeutet das:

1.) Wir wollen die Grundschulstandorte in Halingen und Schwitten erhalten. Eine Schließung sehen wir erst dann als unvermeidbar an, wenn die Schülerzahl - wie der Schulentwicklungsplan vermutet - wirklich unter die rechtlich zulässige Grenze fällt. Ob und wann dies der Fall ist, wollen wir aber erstmal sehen.

2.) Ebenfalls erhalten wollen wir die Westschule als Teilstandort im Schulverbund. Ihre Aufgabe wurde von der Schulverwaltung ins Spiel gebracht, um nach einem Ringtausch dort verschiedene Kulturangebote sowie die VHS unter zu bringen. Dadurch würde letztlich nur das jetzige Gebäude der Musikschule frei und damit vermarktbar. Dies rechtfertigt für uns nicht die Aufgabe einer wohnortnahen Schule. Zudem wäre auch die Unterbringung aller Schüler des Schulverbunds allein in der Josefschule schon aus Platzgründen problematisch.

3.) Die Möglichkeit, einen Grundschulstandort aufzugeben, sehen wir lediglich in Lendringsen gegeben. Hier sind im Ortsteil drei Grundschulen vorhanden (bezieht man Hüingsen ein, sogar vier), die aufgrund rückläufiger Schülerzahlen allesamt Raumkapazitäten frei haben. Die Schüler finden hier also bei Schließung eines Standorts auch weiterhin mehrere Schulen im eigenen Stadtteil vor. Wir schließen uns deshalb dem Verwaltungsvorschlag an, die Albert-Schweitzer-Grundschule aufzugeben. Je nach politischer Entscheidung wäre sie damit für andere Funktionen nutzbar.

Bei den weiterführenden Schulen ist in den Zeiten des Schülerrückgangs eine klare Entwicklung erkennbar: An den Gymnasien und Realschulen bleiben die Zahlen relativ stabil, ebenfalls stabil bleibt auch die Abwanderung zahlreicher Mendener Schüler an die Gesamtschule in Fröndenberg. Dagegen sinken die Schülerzahlen an den Hauptschulen drastisch. Die Zahlen zeigen das verständliche Interesse der Eltern, ihren Kindern zum bestmöglichen Abschluss zu verhelfen.
Die Zukunft liegt unserer Ansicht nach in der Weiterentwicklung von Hauptschulstandorten zu Gemeinschaftsschulen bzw. Gesamtschulen. Mit ihnen können wir in Menden ein breit gefächertes Bildungsangebot trotz rückläufiger Schülerzahlen erhalten. Sie werden jedoch nur möglich sein, wenn zusätzlich zu den Hauptschulen benachbarte Schulen in die neue Schulform eingebracht werden. Konkret bedeutet das:

1.) Für die Einrichtung neuer zukunftsfähiger Schulformen bieten nur die Hauptschulstandorte am Bieberberg sowie am Gelben Morgen die nötigen Perspektiven: Hier sind benachbarte Schulen vorhanden. Wir wollen an diesen beiden Standorten eine Gemeinschaftsschule oder Gesamtschule einrichten.
Wir wünschen uns für diese weitreichende Veränderung einen breiten politischen Konsens. Wie die neuen Schulformen konkret ausgestaltet werden können, muss daher im Schulausschuss fachlich diskutiert werden.

2.) Für die Hauptschulen in Bösperde und Platte Heide sehen wir keine Möglichkeit zur Weiterführung: Hier sind keine benachbarten weiterführenden Schulen vorhanden, die eine neue Schulform und damit eine neue Perspektive ermöglichen. Diese Schulen sollten daher ab 2011 keine neuen Schüler aufnehmen und langsam auslaufen.

Wichtig sind uns abschließend noch zwei Hinweise:

Die vorgestellten Veränderungen, insbesondere die von uns vorgeschlagenen Schulschließungen, bedeuten nicht, dass diese Schulen von heute auf morgen geschlossen werden. Sie bedeuten zunächst einmal, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt keine neuen Schüler aufgenommen werden. Darüber hinaus ist die Schulverwaltung gefragt, Konzepte zu entwickeln, die für die derzeitigen Schüler das Auflösen der Schulstandorte so behutsam wie möglich gestalten.

Für uns sind die anstehenden Veränderungen nicht gleichbedeutend mit einem automatischen Verkauf der frei werdenden Schulgebäude /-gelände. Immerhin sind einige der genannten Schulen gerade erst saniert worden. Bevor ein Verkauf in Frage kommt, sollte gut überlegt werden, ob die Gebäude nicht für andere Zwecke weiter genutzt werden können und stattdessen ggf. andere Gebäude frei gezogen werden sollten. Erste Überlegungen hierzu hat die Schulverwaltung ja schon vorgestellt, darüber hinaus sind sicher eine Reihe weiterer Nutzungen denkbar, die an anderer Stelle Kosten sparen.
Wir weisen in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die zukünftigen Anforderungen der Inklusion, also der Beschulung behinderter Kinder in Regelschulen, hin. Hier wird sich in den nächsten Jahren neuer Bedarf - wahrscheinlich auch im Hinblick auf räumliche Anforderungen - ergeben, der durch die Stadt als Schulträger gedeckt werden muss.

Für die GAL-Fraktion
Doris Rosenthal-Rehbein (schulpolitische Sprecherin)
Peter Köhler (Fraktionssprecher)


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